Hypermedia-Modell zu Goethes Höhen der alten und neuen Welt

Der Gotthard

Goethe und der Gotthard

Auf dem 2109  Meter hohen Gotthardpass war Goethe dreimal: 1775, 1779 und 1797. Jedes Mal kehrte er hier um und ist nicht nach Süden (Richtung Tessin und Italien), sondern nach Norden abgestiegen.
Der Gotthardpass als wichtige Wasserscheide und direkteste Nord-Süd-Verbindung durch die Alpen blieb für Goethe immer ein besonderer Ort, den er auch gezeichnet und in "Dichtung und Wahrheit " (19. Buch) gewürdigt hat.

 


"Der Gotthard ist zwar nicht das höchste Gebirg der Schweiz, und in Savoyen übertrifft ihn der Montblanc an Höhe um sehr vieles; doch behauptet er den Rang eines königlichen Gebirges über alle andere, weil die größten Gebirgsketten bei ihm zusammen laufen und sich an ihn lehnen. Ja, wenn ich mich nicht irre, so hat mir Herr Wyttenbach zu Bern, der von dem höchsten Gipfel die Spitzen der übrigen Gebirge gesehen, erzählt, daß sich diese alle gleichsam gegen ihn zu neigen schienen. Die Gebirge von Schweiz und Unterwalden, gekettet an die von Uri, steigen von Mitternacht, von Morgen die Gebirge des Graubündter Landes, von Mittag die der italiänischen Vogteien herauf, und von Abend drängt sich durch die Furka das doppelte Gebirg, welches Wallis einschließt, an ihn heran. Nicht weit vom Hause hier sind zwei kleine Seen, davon der eine den Tessin durch Schluchten und Thäler nach Italien, der andere gleicherweise die Reuß nach dem Vier-Waldstädtersee ausgießt. Nicht fern von hier entspringt der Rhein und läuft gegen Morgen, und wenn man alsdann die Rhone dazu nimmt, die an einem Fuß der Furka entspringt, und nach Abend durch das Wallis läuft; so befindet man sich hier auf einem Kreuzpuncte, von dem aus Gebirge und Flüsse in alle vier Himmels-Gegenden auslaufen."
Briefe aus der Schweiz, 2. Abt.

Das Gotthard-Hospiz, Zeichnung Goethes vom 22. Juni 1775.

 

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Gotthard-Hospiz  

Gotthardfahrten

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