Hypermedia-Modell zu Goethes Höhen der alten und neuen Welt

Der Montblanc

Goethe, Saussure  und der Montblanc

Im Herbst 1779 traf Goethe auf seiner zweiten Schweizer Reise in Genf den Alpenforscher Horace-Bénédict de Saussure. Er erhielt von ihm Ratschläge zur Fortsetzung der Reise. Saussure vertrat in seinen Voyages dans les Alpes die auch von Goethe geteilte Ansicht eines kristallinen Aufbaus der Urgebirge. 1787 hat Saussure als zweiter  Besteiger des Montblancs auf dem Gipfel (4807 m) Messungen vorgenommen und damit den Berg für die Wissenschaft erobert.

 

"Es wurde dunkler, wir kamen dem Thale Chamouni näher und endlich darein. Nur die großen Massen waren uns sichtbar. Die Sterne gingen nach einander auf und wir bemerkten über den Gipfeln der Berge, rechts vor uns, ein Licht, das wir nicht erklären konnten. Hell, ohne Glanz wie die Milchstraße, doch dichter, fast wie die Plejaden, nur größer, unterhielt es lange unsere Aufmerksamkeit, bis es endlich, da wir unsern Standpunct änderten, wie eine Pyramide, von einem innern geheimnißvollen Lichte durchzogen, das dem Schein eines Johanniswurms  am besten verglichen werden kann, über den Gipfeln aller Berge hervorragte und uns gewiß machte, daß es der Gipfel des Montblanc war. Es war die Schönheit dieses Anblicks ganz außerordentlich; denn, da er mit den Sternen, die um ihn herumstunden, zwar nicht in gleich raschem Licht, doch in einer breitern zusammenhängendern Masse leuchtete, so schien er den Augen zu einer höhern Sphäre zu gehören und man hatte Müh', in Gedanken seine Wurzeln wieder an die Erde zu befestigen." 
Briefe aus der Schweiz, 2. Abt.

Der Montblanc, von Joseph Anton Koch

Links:

Geschichtliches

Chamonix

zurück zum Höhenbild